Zum Tag der Deutschen Einheit

Eine deutsch-nationale Einheit hat es außer einer von oben durch Gewalt angeordneten staatlichen Einheit nie gegeben. Der bis heute existierende deutsche Nationalstaat wurde 1871 im Kriege mit Blut und Eisen erschaffen. Die Ereignisse von 1990 (und danach) waren lediglich eine Annexion der durch die friedliche Revolution im Zusammenbruch befindlichen DDR durch den deutschen Nationalstaat (BRD), nachdem die Sowjetunion als Gegner der deutschen Einheit weggefallen war.


Alle DDR-Bürger waren bekanntermaßen auch schon vor 1990 deutsche Staatsbürger. Verfassungs- und völkerrechtlich war die DDR aus BRD-Sicht kein Ausland. Die DDR-Staatsbürgerschaft war im Westen nie anerkannt. Die DDR war also aus BRD-Sicht ebensowenig ein vollwertiger Staat wie die von sogenannten  "Reichsbürgern" gegründeten Staatsgebilde. Nichtsdestotrotz wurden und werden die Ossis von vielen Wessis als "Nicht-Deutsche" oder Ausländer angesehen - Zweck: Ausgrenzung aus Fremdenhass.

 

Das "Zweite Deutsche Reich", das 1871 mit Blut und Eisen gegründet wurde (und das identisch ist mit der BRD, jedenfalls nach Auffassung des obersten BRD-Gerichtes) , basiert auf einem fatalen Irrtum:
Es gab niemals ein "Erstes Reich" der Deutschen im Mittelalter.
Näheres dazu in diesem Artikel:

"Die Mediävistik als Legitimationswissenschaft der Nazis und deutschen Nationalisten und deren Dekonstruktion"

(https://www.historyhacking.de/geschichtsanalytik/medi%C3%A4vistik/ )


Die Bewohner der deutschen Landen sind seit jeher regional verwurzelt, als Bayer, Schwabe, Sachse usw., und nicht als National-Deutsche (im Gegensatz etwa zur US-amerikanischen oder russischen Nation).  Auch der überwiegende Teil der Migranten türkischer, russischer, arabischer u.a. Herkunft bildet Parallelgesellschaften innerhalb der politisch-staatlichen Einheit Deutschlands.


Nahe Zukunft: Der deutsche Nationalstaat wird aufgelöst (durch Verfassungsänderung) und durch einen Vielvölkerstaat ersetzt, in dem alle Bewohner gleiche Rechte haben (heute sind in der BRD die Bio-Deutschen, auch "Arier" genannt, die Herrenrasse) und der ohne die Fiktion eines übergeordneten "Deutschseins" auskommt.


Die deutsch-nationale staatliche Einheit kann daher auch nur da glänzen, wo es um staatliche deutsch-nationale Repression geht:
Bespitzelung, Organisiertes Stalking, staatlich zentral organisierter Massenmord an Schwerbehinderten, Juden u.a., Kriege usw.


Der Tag der Deutschen Einheit sollte daher als Trauertag und nicht als Feiertag im Kalender stehen!


Nach dem Einzug in den Reichstag hat die AfD öffentlich zur Menschenjagd aufgerufen: "Wir werden sie jagen!"


In den Innenstädten deutscher Großstädte ist dies bereits traurige Realität:
Ein Mob aus deutschen Rechtsradikalen hat die Meinungshohheit und terrorisiert seine willkürlich gewählten Opfer (siehe auch: "Woran merkst Du, dass Deutschland wieder faschistisch ist?"). Diese sind nicht nur Ausländer wie noch in den 1990ern (Stichwort: "Türkenaufklatschen"), sondern auch andere Deutsche, wie auch schon während der Anfangszeit der NS-Diktatur. Auch damals wurden fast ausschließlich andere Deutsche verfolgt, die das falsche Bewußtsein, die falsche Religion, die falsche Hautfarbe usw. hatten.


Ist die sogenannte Wiedervereinigung gescheitert?


Nun, von der Position des deutschen Nationalstaates (BRD) aus gesehen, also Politik und Wirtschaft: nein


Das der BRD laut Grundgesetz schon immer zustehende Gebiet der ehemaligen DDR wurde erfolgreich annektiert, die Posten in Politik und Wirtschaft wurden mit Wessis der zweiten (und dritten) Garnitur besetzt, und inzwischen hat man auch folgsame Ossis gezüchtet, die entsprechend nachrücken können, wenn gerade kein Wessi Lust auf den Posten hat.


Die Gesellschaft der deutschen Völker jedoch bleibt gespalten (Ost <=> West usw.), wie zuletzt wieder die Bundestagswahlen gezeigt haben. Es gab niemals eine "von unten" entstandene Einheit der Menschen, die in den alten und neuen Bundesländern wohnen.


Vor 1871 gab es allenfalls einige gemeinsame Territorien des Königreiches Preußen auf den Gebieten der jetzigen alten und neuen Bundesländer.


Die den Völkern der deutschen Landen durch den Krieg von oben aufgezwungene staatliche Einheit von 1871 währte auch nur ca. 74 Jahre, bis 1945 - davon nur ca. 12 Jahre in einer sehr fragilen Demokratie, dazwischen zwei vom deutschen Nationalstaat angezettelte Kriege, der Verlust großer Gebiete und vieler Menschen der deutschen Völker.


Danach ca. 45 Jahre gesellschaftliche Teilung:
1) die sowjetische Besatzungszone und später die DDR sowie
2) die westlichen Besatzungszonen und später die BRD.


Die ca. 28 Jahre nach der sogenannten Wiedervereinigung haben keine tatsächliche Einheit der Gesellschaft der deutschen Völker hervorgebracht:
Es gab sie einfach nie zuvor!


Und daran hat sich durch den Politzirkus in den Jahren 1989/90 und danach auch nichts geändert.

 


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http://www.HistoryHacking.de